Was kostet SEO ? Was muss es mindestens kosten?
SEOmoz hat zum Thema „Was kostet SEO ?“ über 500 Agenturen und Berater befragt und die Auswertungen am 6. Dezember in ihrem Blog online gestellt. Komischer Weise hat diese Auswertung im deutschsprachigen Bereich kaum zu Reaktionen geführt (von ein paar Erwähnungen einmal abgesehen).
Das mag sicherlich daran liegen, dass mit 34 Teilnehmern der europäische Bereich (Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande) nur sehr gering vertreten ist. UK wurde noch extra betrachtet. Dennoch ist die Auswertung sehr interessant. Zumindest so interessant, dass ich einmal ein paar Worte dazu verlieren möchte.
Doch bevor ich mich auf die einzelnen Daten stürze, möchte ich erst einmal noch ein paar Worte zum Thema Infografiken verlieren. Wie oft haben wir im letzten Jahr darüber gelesen und gehört. Sicherlich so viel, dass es der eine oder andere nicht mehr hören kann. Bei vielen hat das zu einer Abstumpfungsreaktion geführt. Immer frei nach dem Motto : „Wenn es so massiv benutzt wird, dann muss ich es nicht auch noch machen“.
Doch das ist die falsche Reaktion. Infografiken bieten einen Mehrwert für den Leser, weil sie (wenn sie gut gemacht sind) komplexe Daten anschaulich zusammenfassen.
Es ist also überhaupt nicht überholt Infografiken gerade im Zusammenhang mit Befragungen zu nutzen. Der optische Bild Reiz spricht im menschlichen Gehirn ganz andere Regionen an, als es reiner Text tut und nach allgemeiner Erfahrung bleibt von Bilddaten auch deutlich mehr hängen.
Immerhin hat es der reine Post auf 178 von 59 Domain gebracht (gem. QBL Tool). Ein relativ beachtlicher Wert, der SEOmoz Verhältnisse aber nicht besonders überwältigend sein dürfte.
Ok, ab in die Daten:
Ich muss zugeben, dass mich in der Umfrage ein paar Bereiche irritiert haben. Neben der Verteilung auf die Länder ist auch thematisch noch sehr stark geteilt worden. So zeigt das Ergebnis, dass nicht nur SEO Agenturen und Berater in der Auswertung betrachtet werden, sondern im Grunde sehr viele verbundene Felder ebenfalls. Hier fallen insbesondere die Webdesign Anteile auf, die doch nicht ganz unerheblich mit eingerechnet wurden.
Dabei geht nicht darum, dass Webdesign nicht direkt etwas mit SEO zu tun haben könnte, wenn man es zusammenhängend betrachtet, sondern, dass Webdesign preislich in den letzten Jahren doch massiv unter die Räder gekommen ist. Es gibt oder gab einfach zu viele (auch lokale Anbieter). Ganz anders sieht das wieder beim Grafikdesign aus, dass sehr oft und gerne mit Webdesign verwechselt wird. Auch in der Wahrnehmung der Agenturen. Gute Grafikdesigner liegen preislich nach meiner Erfahrung im Bereich von durchschnittlichen SEO Preisen (ich selbst sehe den Stundensatz so bei 80 € bis 120 € im Mittel).
Ich will jetzt nicht versuchen alles ganz kleinlich zu behandeln. Darum gehen wir einfach in den ersten Wert :
Die durchschnittliche Agenturgröße
Anzahl der Kunden pro Agentur/Berater
Kundengrößen
Durchschnittliche Kosten bei Monatspaketen
Alter der Agenturen
Stundensatz für SEO
Alles sehr interessante Daten, wie ich finde. Aber brechen wir die Daten doch mal runter. Im Durchschnitt vermittelt die Auswertung für EUR-UK das folgende Bild :
Ich weiß, dass mich der SEO Professor für das Bewertungsmuster hassen wird, aber ich setze auf dieser Basis die Betrachtung fort. Nicht, weil ich provozieren möchte, sondern, weil ich schon der Meinung bin, dass ein wenig Wahrheit in den Werten liegt.
Agenturgröße
Von der angegebenen Agenturgröße kann man immer mal locker 50 % abziehen. Wenn eine Agentur 5 Mitarbeiter hat, dann sind es in aller Regel nur ca. 2 bis 3 die wirklich SEO machen. Der Rest kümmert sich um Verwaltung, Akquise oder Nebendienstleistungen der SEO.
Ich gehe also davon aus, dass der Durchschnittswert bei 2 bis 3 SEOs liegt. Diese betreuen, wenn wir das ebenfalls anpassen im Schnitt 20 bis 30 Kunden. Jeder SEO also 10 Kunden. Ein Wert der gut und realistisch ist. Die Meisten dieser Agenturen betreuen KMU Kunden, wobei die Kleinstunternehmen hier rausgenommen wurden. Wenn ich also von 160 Wochenstunden ausgehe, dann bekommt jeder Kunde im Schnitt 16 Stunden.
Jetzt wird es problematisch. Wenn ich mir die Stundesätze ansehe, dann müsste diese Arbeit einem Wert von 1.280 € bis 1.920 € entsprechen, die so oder ein wenig verbilligt in den Monatspauschalen auftauchen müssten. Komischer Weise finden sich ähnliche Werte für US und UK. Nur der EUR-UK Raum macht da eine Ausnahme.
Man müsste die Rechnung also anders herum angehen. Wenn der Stundensatz bei nur 80 € liegt und das Monatspaket 400 € kostet, dann würde der bearbeitende SEO monatlich 5 Stunden in das Projekt stecken und somit 32 Kunden betreuen. Wenn ich auf der Preisskala weiter nach unten gehe (geht ja bis 200 € runter) dann würde die Kundenanzahl ebenfalls steigen. Wenn wir zum Beispiel den Mittelwert nehmen, dann wären das 300 € monatlich und 3, 75 Stunden im Monat. Also 42 Kunden.
Warum mache ich jetzt diese Berechnung ? Weil ich denke, dass wir einem Teil der deutschen SEO Agentur Landschaft ganz nahe kommen.
Also Rechenbeispiel
1 SEO mit 42 Kunden monatlich 300 € = 12.600 € Umsatz
1 SEO mit 10 Kunden monatlich 1.600 € (Mittelwert) = 16.000 € Umsatz
Ihr werdet ja gemerkt haben, dass der Post in eine bestimmte Richtung geht.
Im Grunde geht es um zwei verschiedene Businessmodell in der SEO. Das eine ist das so genannte Abzockermodell “Masse statt Klasse”. Das andere echte SEO Dienstleistung mit Wert und ROI Möglichkeit für den Kunden. Rein wirtschaftlich zeigt sich ja im Grunde, dass das Modell der sauberen SEO Dienstleistung das tragfähigere ist.
Aber auch nur wenn ich es bei der One-Man Show belasse. Sobald ich einen leistungsfähigen Mitarbeiter einstelle dreht sich die Rechnung um. Dieses ist die Basis, die über die Wirtschaftlichkeit entscheidet.
Angestellter in der “10 Kunden SEO Agentur”
Bruttogehalt 60.000 € pro Jahr. Belastung des Arbeitgebers nur auf Basis des Gehalts = ca. 71.000 €.
Bei 10 Kunden Auslastung monatlich erwirtschaftet er 192.00 € abzüglich der 71.000 € ergibt das einen Wert von 121.000 €
Das ist wirklich blank auf die Personalkosten gerechnet.
Angestellter in einer 42 Kunden Agentur
Bruttogehalt 30.000 € pro Jahr. Belastung des Arbeitgebers nur auf Basis des Gehalts = 36.000 €
Bei 42 Kunden Auslastung monatlich erwirtschaftet er 151.200 € abzüglich der 36.000 € ergibt das einen Wert von 115.200 €
Jetzt könnte man ja denken, dass sich das doch für die 10 Kunden SEO Agentur mehr lohnt. Doch es gibt mehrer Pferdefüsse, die die Rechnung durchkreuzen.
1. Die wahren Kosten in der 10 Kunden SEO Agentur
sind wesentlich höher. Ich denke da nur an Fortbildungskosten, Reisekosten, Nebenleistungen, höhere Raumkosten ect. . Diese ganzen Nebenleistungen drehen das Verhältnis schon zu Gunsten der 42 Kunden Agentur.
2. Skalierbarkeit
Für das Modell 42 Kunden findet du sehr schnell neue Mitarbeiter und arbeitest sie ein, was bei 10 Kunden Agenturen nicht so einfach geht.
Stellen wir die Zahlen also mal ohne die genannten Nebenkosten in einem 3 Jahresplan gegenüber.
10 Kunden SEO Agentur
Pro Jahr 3 Mitarbeiter zusätzlich im selben Leistungsniveau ergibt einen Mehrgewinn von 363.000 €. Also in 3 Jahren 1.089.000 €
42 Kunden Agentur
Pro Jahr 9 Mitarbeiter zusätzlich im selben Leistungsniveau ergibt einen Mehrgewinn von 1.036.800 €. Also in 3 Jahren 3.110.400 €
Ich glaube man versteht auf was ich hinaus möchte und warum es so viele Agenturen da draußen gibt, die es auf Masse machen. Es ist wie immer im Leben. Du musst dich entscheiden. Willst du dein Handwerk richtig machen oder das schnelle Geld zum Nachteil deiner Kunden ?
Mein Weg ist klar. Ich persönlich könnte mit der 42 Kunden Nummer gar nicht leben.
Was denkt ihr ? Wo wird es sich hin entwickeln bzw. wie schätzt ihr es ein ? Schreibt fleißig.
(Hoffe habe mich bei den Basis-Werten nicht verhauen. Wenn doch werdet ihr ihr es merken
)























Ich glaube es geht (leider) noch weiter Richtung Masse, einfach weil immer mehr Unternehmen erkennen dass das Internet interessant ist und hier was gemacht werden muss. Die möchten dann oft für wenig Geld mal anfangen und werden natürlich von den Agenturen (bzw den Preisen) die es gleich richtig machen wollen abgeschreckt.
Ich glaube es geht noch 1-2 Jahre so weiter, dann wird sich langsam der Shift einstellen.
Google kann hier natürlich gegen arbeiten indem die güsntigen Leistungen (SB Einträge, etc.) endlich abgewertet werden, aber das kriegt Google seit Jahren nicht hin oder will es scheinbar nicht.
Wieso? Was ist Dein Problem mit der 42 Kunden-Agentur? Das ist dann Agenturgröße, da hast Du bereits eine gesunde Summe von Mitarbeitern, die die allermeiste Arbeit für Dich machen. Du bist dann längst nicht mehr Arbeiter sondern der Entscheider.
42 Kunden = 42 Reports pro Monat (zumindest bei unserer Arbeitsweise), plus Verwaltung/Administration (Rechnungen, Mahnwesen etc.). Wenn man die Kunden dann noch in diverse Tools aufnimmt (Seomoz & Co), die meist Projekt-limitiert sind und man dann noch Werbe- & Fixkosten einrechnet, bleibt von 300 Euro für wirkliche SEO Arbeit nicht viel übrig …
Hi Marco,
interessanter Ansatz, diese Studie mal so rum zu betrachten. Deine Rechnung zeig schön die Unterschiede in den Denkweisen der verschiedenen Agentur-Typen.
Ob man daraus nun schließen kann, das das eine oder andere Modell lukrativer ist kann man so aber nicht ganz sagen. So hat die 42 Kunden-Agentur sicher auch mehr Verwaltungs- und Aquisekosten während die 10 Kunden-Agentur mehr Bestandskunden hat.
Auch ist die Frage, welche Arbeiten die Agentur genau macht. Sind die Agenturen eher beratend oder eher umsetzend unterwegs? Denn so verändert sich ja der Bedarf an Stunden extrem.
Ich denke man sollte auch die Möglichkeit einer 20 Kunden-Agentur nicht außer Acht lassen. 1-2 Experten und dazu 2-3 “Umsetzer” kombiniert mit einem starken Fokus auf die Quick-Wins für die Kunden sollte für alle Beteiligten Vorteile bringen.
Gruß
Jan
Das ist nicht immer so einfach mit der Entscheidung ob Klasse oder Masse, die Kunden müssen da ja auch mitspielen… ich kann mich persönlich schön für Klasse entscheiden, aber wenn die Kunden nicht bereit sind, ein Budget locker zu machen, mit dem man gute Ergebnisse abliefern kann, nutzt das wenig. Bzgl. der typischen KMU-Kundenstruktur kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen, dass man dort oft noch so kritisch dem gesamten Online-Marketing und SEO gegenübersteht, dass man sich auch mit handfesten Argumenten und Beweisen den Mund fusselig reden kann.
Die Problematik ist, dass der Kunde erstmal nur am liebsten gaaanz wenig Geld ins Online-Marketing und SEO investieren möchte, jedoch zugleich entsprechende Ergebnisse erwartet (weil er ja aus seiner Sicht wahnsinnig viel Geld investiert), um dann vielleicht mehr zu investieren – nur kann man mit diesen extrem geringen Budgets oft kaum etwas erreichen – nicht jeder kann es sich aber leisten, all diese Kunden abzulehnen, die bei den KMU noch immer in der Mehrheit sind – und mit dem schnellen Geld zum Nachteil des Kunden hat das nix zu tun – es bleibt also oft tatsächlich nur, mit den vorhandenen Mitteln möglichst viel zu erreichen, um die Kunden vom Nutzen zu überzeugen, was wohl die wahre Herausforderung im SEO ist… mit einem Riesenbudget kann das ja jeder…
Hallo. Danke vorallem für die Zusammenfassung der Resultate. Hab ich das richtig begriffen, durchschnittlich kommen Agenturen auf 3 verrechenbare Stunden pro Kunde? (300-400 Euro Monatspaket zu 80-120 Euro Stundensatz)
@Rudolf Bösiger Die Daten sind von mir ein wenig provokant runtergebrochen worden. Wenn man die Werte der Befragung gegenseiting verschiebt können die Schlussfolgerungen auch andere sein. Ich persönlich denke nur, dass es zum deutschen Markt passt. Wie du siehst kann man darüber aber diskutieren und das soll hier geschehen
Marco, meiner Meinung nach gehst Du mit den 160 viel zu hoch an Deine Rechnung. Auch ein angestellter SEOler hat “tote” Telefonzeiten etc.
Aus meiner Erfahrung kannst Du eher von 120-130 Stunden effektiver Arbeit sprechen.
Was den Focus vieler Agenturen betrifft, da kann ich Gudrun nur recht geben. Viele SEOs nehmen lieber 10 kleine Kunden zu 300 Euro als ein schönes (“gutes” ?) Projekt zu 3000 im Monat.
Das liegt sicherlich auch daran, wie gut man seine Kills beim Kunden verkaufen kann und welche Referenzen man vorzuweisen hat.
Hallo. Ein sehr gelungene Analyse. Für mich als SEO-Neuling sind das faszinierende Zahlen. Deine Analyse bringt es gut auf den Punkt. Masse statt Klasse. Das erlebt man denke ich in allen Bereichen des SEO. Allerdings muss ich mich als “Einsteiger-Agentur” in diesem Bereich, größtenteils meiner Vorrednerin @Gudrun anschließen. Ich denke, dass es viele SEOs und IT-Dienstleister gibt, die SEO-Dienstleistungen mit anbieten, um in diesem Marktsegment Fuß fassen zu können. Dabei hat man es dann häufig mit der Sorte Kundschaft zu tun, die glauben, dass man für 100-200 € pro Monat große Ziele erreichen könnte. Die einzige Möglichkeit (für uns kleinen) ist, dass man Sie vom Erfolg der Sache an sich und den eigenen Dienstleistungen überzeugen kann, aus der Hoffnung weitere und im Idealfall höhere Budgets zu erhalten. Dies führt sicherlich auch zu derartigen Abweichungen in den Statistiken.
@jan Ja, mit den Stunden hast du sicherlich Recht. Doch wenn ich diesen Weg weiter gehe, dann wird der effektive Arbeitsanteil noch geringer
@weblogie. Ja, ich kann schon verstehen, dass kleine Gründungsagenturen da noch Schwierigkeiten haben, aber sie werden noch mehr Schwierigkeiten haben, wenn sich der Ruf des Billig Anbieters rumspricht. Es sein den man geht diesen Weg bewusst, was ich nicht unterstütze.
Hi Marco,
ich hatte mich schon beim lesen auf SEOmoz sehr über diese Zahlen gewundert. Als kleiner Inhouse ohne Mega-Budget finde ich es sehr schwirig zu solchen Preisen zu arbeiten, nicht wegen der Beschäftigung des Mitarbeits, oder der Zeit, sondern weil man für gewisse Links nunmal auch ein Budget benötigt. Wenn ich rechne wie viele Links ich für 200-300 Euro setzen kann sieht das doch wie folgt aus: 2 Links kaufen für je 100 Euro und 1 Stunde in Blogspam und Bookmarks investieren. Das ist wirklich traurig! Wie soll man damit denn jemals einen Kunden in die SERPs bringen? Wer sich nur auf Spam verlässt hat zwar schnell Ergebnisse, fällt aber früher oder später hinten runter. Lustig finde ich Agenturen die die 300 Euronen einstreichen und dafür nicht einen Links setzen – weil sie wissen das es keiner kontrollieren kann… Da hat man dann tatsächlich nurnoch die Auqise-Kosten
…
Hallo,
man hätte eine andere Herangehensweise an das Thema wählen sollen: 75% der Webseiten können nicht mehr als 500 Euro/Monat für SEO ausgeben, weil sie nämlich nicht mehr haben! Der Markt kleiner Webseiten ist riesig, anstatt rumzurechnen, sollten wir uns Gedanken machen wie wir diesen bedienen können…
Grüße
Gretus
@gretus Wie ist also deine Lösung, Heiner ? Den Massenkundenansatz mit geringer Leistung weiterverfolgen ? Das kann ja nicht dein Ernst sein. Ich gebe dir Recht, dass das Feld riesig ist.Das heisst aber nicht, dass er bedient werden muss und kann. Die könnten auch alle Fernsehwerbung buchen und machen es nicht, weil sie kein Geld haben. So viele SEOs kenne ich nicht die sich auf Vorschussinvestitionen einlassen. Wenn ich ein sauberes Beteiligungsmodell habe, geht es. Dazu muss der Webseitebetreiber aber verstanden hab, um was es geht und schwubs sind wir wieder beim Verständnis. Es ist halt wie in der normalen Welt. Wenn ich mir etwas nicht leisten kann sollte ich es mir nicht kaufen. Ich habe in meinen 42. Jahren gelernt, dass man billig oft doppelt kauft oder gar das Gegenteil erreicht. Das in in SEO nicht anders.
Das gute an dieser Studie ist, dass sie zu Diskussionen wie dieser führt.
Ueber die Werte muss man allerdings nicht zu lange diskutieren. Die Zahlen sind wegen der grossen Streuung und der kleinen Stichprobe nicht repräsentativ. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mit einer solchen Auswertung (deskriptiv) mindestens 1000 Eingaben hätten gesammelt werden müssen, damit nur ein einigermassen gültiger Durchschnittswert hätte berechnet werden können.
@Gretus: Mit dem grossen Anteil hast Du sicherlich recht und der kleine Bäcker von nebenan kann sich ja dann aussuchen ob er lieber die 2-Mann Firma von nebenan oder das Fastfood-SEO Paket von einer auf Masse ausgerichteten Firma nimmt – beides wird halt Vor- und Nachteile haben.
Auf dem anderen Ende der Skala sitzen aber dann auch halt die grossen Brands, welche aber meist eher nicht von der 2-Mann-Firma, und aus Qualitätsgründen schon gar nicht von der Billigklitsche, betreut werden wollen (Brand Reputation! “Chromegate” lässt grüssen
….
Leider verwässern die grossen Unternehmen aber auch jede Statistik etwas da dort die Stundenpreise noch um einiges höher sein können. Grund dafür ist das neben SEO auch alle/einige weitere Känäle in Abstimmung auf einander (SEM, SMA, Affiliate) bedient werden und daher ganz andere Budgets zur Verfügung stehen
Ich muss sagen das ist eine interessante Auswertung. Für representativ halte ich sie aus bereits genannten Gründen jedoch ebenso nicht. Vielleicht kann mal jemand eine derartige Umfrage für den deutschen Markt anstoßen?
Kleine Projekte (Nische) lassen sich auch mit einem kleineren Einsatz nach oben bringen. Wir sprechen hier nicht von Zalando.
Und warum sollen bei Variante 2 die Mitarbeiter schlechter sein? Übung erhöht die Produktivität, daher kann ich das Argument so nicht nachvollziehen. Und schließlich lässt sich durch Automatisierung (Reporting, Linkbuilding) auch einiges erreichen.
Kann Gretus bei seiner Markteinschätzung im übrigen nur zustimmen.
Marco, die Grunddaten Deiner Berechnung stimmen nicht. Zumindest dann nicht, wenn ich die Grunddaten der “10 Kunden SEO Agentur” zugrunde lege, für die ich arbeite.
1. sind hier von der Crew nur 1/3 SEOs, ein weiteres 1/3 Linkbuilder, der Rest Buchhaltung etc.
2. liegt das Jahresgehalt eher bei 40K statt der von Dir angenommenen 60K
3. berechnen wir den Kunden 20% mehr als von Dir veranschlagt
Das Ergebnis ist allerdings das Gleiche wie bei Dir: in der 3-Jahres-Rechnung scheint Masse statt Klasse die “bessere” Alternative zu sein.
Eine interessante Analyse. Ich denke der Trend bleibt weiterhin zweigleisig. Um die Kunden mit großem Budget wird weiter gerungen und der große Rest “muss sehen wo er bleibt”. Es ist halt nicht nur eine Verständnisfrage, dass SEO nachhaltig angelegt sein sollte. Viele Kunden wollen den schnellen Erfolg, obwohl sie häufig wissen, das er dann nur kurzlebig sein kann. Die Entscheidung trifft man also häufig nicht selbst. Dann macht man entweder das, was der Kunde haben möchte oder man schmeißt hin. Letzteres können sich aber viele SEOs auch nicht leisten …
@dirk
Ich habe hier bei der Zielgruppe den Mittepunkt genommen und das waren, wie in der Grafik zu sehen KMUs. Ich habe geschrieben, dass ich die Kleinstunternehmen mal rausrechne. Dann sind das Unternehmen von 10 bis 250 MA und 2 bis 50 Mio Umsatz. Die können von SEO durchaus was anderes erwarten, als das kleine SEO Affiliate 1×1. Gerade bei den Kunden muss man in der Lage sein, die SEO Brille auch mal absetzen zu können.
@michael
Die Größen kann man immer verschieben. Da hatte ich ja auch geschrieben, dass ich es auf einen bestimmten Punkt fokussiert habe und dackt es sich ja wieder, wie du selber schreibst.
@marko
“Viele Kunden wollen den schnellen Erfolg” stimmt. Das ist aber die Kundenseite, die darf das so haben wollen. Wir als SEOs sollten aber über die Möglichkeiten informieren. Genau an dem Punkt fängt der Fisch ja an zu stinken.
Wie Gretus, finde ich auch das die meisten Kunden nicht mehr Zahlen kann. Aber wenn ich 2-3 großen Kunden habe kann ich ohne großen zusätzlichen Aufwand 4-6 kleinen (in lokalen/regionalen Markt) GUT bedienen für €500 / Monat.
Schöner Artikel. Ein paar mehr Basisdaten zur Befragung (Statistik) könnten die Aussagen untermauern. Ob die Verwendung des Mittelwerts (statistisch) korrekt ist kann ich nicht erkennen. Die Balkendiagramme zeigen jedenfalls, dass Daten in den einzelnen Gruppen sehr unterschiedlich (= nicht normal-) verteilt sind. Könnte also sein, dass der Mittelwert nicht die “wahre” Gesamtaussage widerspiegelt bzw. aggregierte Mittelwerte nicht vergleichbar sind. Aber dennoch: Schöner Artikel.
Toller Beitrag, einfache Zahlen machen es für jeden verständlich
. Betrachte mal einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren, da lebst du noch, die 42er-Agentur wohl unter anderem Namen …
Also bei 42 Kunden würde ich ja nur noch mit der Rassel um den Schreibtisch rennen. Das ist doch für Agenturen mit wenig Mitarbeitern eine echte Herausforderung. Meinen Respekt an die, die das stemmen können. Bei 20 Arbeitstagen ist das also ein halber Tag pro Woche und Kunde.
Ich kann die Aussage von Marco teilen: “Ich habe in meinen 42. Jahren gelernt, dass man billig oft doppelt kauft oder gar das Gegenteil erreicht. Das in in SEO nicht anders.”
Genau richtig, Anfragen wie “Ich will mit dem Keyword Urlaub Mallorca auf Platz 1 aber habe nur 250,- im Monat” sind einfach utopisch, da tut man dem Kunden auch keinen echten Gefallen wenn man solche Aufträge annimmt.
Grüße aus München,
Marcell
Wirklich guter Artikel, Marco. Es fällt schon auf, daß du dich dem Thema in steter Regelmäßigkeit annimmst. Und ganz nebenbei erweckt es fast den Eindruck, als ob du mir deiner Argumentationskette auch die Gehälter deiner eigenen Agentur-Mitarbeiter klein halten möchtest.
Ich sehe auch folgende Tendenz:
.
Der gute SEO/ die gute SEO- Bude arbeitet zunehmend nur noch für eigene Projekte (und wenn es “nur” MFA- Zeug mit 100 Domains zu je 10.000 Unterseiten ist), oder betreibt neben eigenen Sachen ein 2. profit center ausschließlich für Kundenaufträge, maximal auf Profit getrimmt
Gute SEO’s stehen damit zunehmend für Kunden nicht mehr zur Verfügung, weder als Agentur noch inhouse.
Für Kunden hilft nur sehr gute Bezahlung der Agentur/ des inhouse- SEO, damit Agentur/ SEO nicht weglaufen.
@david Wie kommst du denn darauf ? Völlig vorbei. Wir müssen uns wohl mal persönlich besser kennen lernen
@mincemeat Da hast du Recht. Das ist in in vielen Teilen zutreffend. In vielen anderen Teilen auch nicht.
Interessanter Ansatz! Gute SEO kosten nun mal etwas mehr.. aber gute Leute gibts nicht für lau!
Was haltet Ihr eigentlich von der Abrechnung pro Keyword?
Ein Auftraggeber mit wenigen Keywords bezahlt weniger als Einer mit Vielen …
Ist das nicht fairer?
“Alle Gewerbe, Handwerke und Künste, haben durch die Verteilung der Arbeiten gewonnen, da nämlich nicht einer alles macht, sondern jeder sich auf gewisse Arbeit, die sich, ihrer Behandlungsweise nach, von andern merklich unterscheidet, einschränkt, um sie in der größten Vollkommenheit und mit mehrerer Leichtigkeit leisten zu können. Wo die Arbeiten so nicht unterschieden und verteilt werden, wo jeder ein Tausendkünstler ist, da liegen die Gewerbe noch in der größten Barbarei. Aber ob dieses zwar für sich ein der Erwägung nicht unwürdiges Objekt wäre, zu fragen: ob die reine Philosophie in allen ihren Teilen nicht ihren besondern Mann erheische, und es um das Ganze des gelehrten Gewerbes nicht besser stehen würde, wenn die, so das Empirische mit dem Rationalen, dem Geschmacke des Publikums gemäß, nach allerlei ihnen selbst unbekannten Verhältnissen gemischt, zu verkaufen gewohnt sind, die sich Selbstdenker, andere aber, die den bloß rationalen Teil zubereiten, Grübler nennen, gewarnt würden, nicht zwei Geschäfte zugleich zu treiben, die in der Art, sie zu behandeln, gar sehr verschieden sind, zu deren jedem vielleicht ein besonderes Talent erfodert wird, und deren Verbindung in einer Person nur Stümper hervorbringt”
Der gute alte Imamanuel.. schon ein wenig älter.
Aber ein diversifizierte und vor allem auch differenzierte Betrachtungsweise macht solch ein Diskussion auf jeden Fall angenehmer.
Meiner Meinung nach wird sich SEO natürlich auch in verschiedene Spielarten weiter aufteilen (ist ja heute auch schon so (Off Site, On Site, Redaktion etc.).
Aus diesem Grund kann man natürlich auch im rein Operativen wesentlich günstigere Stundensätze ansetzen.
Bei der taktischen und strategischen Ausrichtung müssen natürlich andere Stundensätze aufgerufen werden (in diesem Bereich sind mir die 120.- auch zu günstig).
Allerdings ist diese Mittel- Langfristige Planung natürlich einmal beschlossen und muss umgesetzt werden und dann hat man halt die Hummeln und Bienen die das machen (Freelancer, Studis (die 50 Cent Army die ganzen Nickel and Dime Hustler halt (die sollen ja auch nicht denken sondern funktionieren und eben die Planung umsetzen)).
Btw. Eine solche Kalkulation wie oben aufgeführt, kannst Du leider keinem BWLer vorlegen (der lacht ernsthaft drüber.)
Der Halbinformierte