Onpage.org – Captian OnPage ruft zum Einsatz
Schon vor mehreren Monaten hatte Marcus Tandler darauf hingewiesen, dass sie bei TandlerDoerje Partner (kurz TDP) an einem eigenen Onpage Tool (onpage.org) werkeln. Die Reaktionen darauf waren wohl geteilt.
Die Meinungen gingen sicherlich von „noch ein SEO Tool ?“ bis zu „wenn der Tandler es macht, dann muss es was Gutes sein“.
Ich selber bin mir ziemlich sicher, dass sich Marcus die Frage nach der Sinnhaftigkeit noch eines SEO Tools selber gestellt haben wird. Doch die Lücke, in die er mit dem Tool geht, ist durchaus vorhanden.
Onpage Fehler mit einem Tool gut sichtbar und strukturiert abzubilden ist ein Ansatz, den zur Zeit viele auf ihrer Fahne zu stehen haben, jedoch nicht wirklich gekonnt umsetzen.
Wenn wir uns den Markt betrachten, dann gibt es im Grunde nur mit Strucr ein Tool, welches auch großen Seiten gezielt hilft Fehler aufzubereiten. Es ist schon von vielen Leuten getestet und für gut befunden worden. Das Problem bei Strucr ist aber (und da beziehe ich mich auf eigene Tests, die schon ein wenig zurück liegen), dass die Daten optisch nicht so verarbeitet werden, dass jedermann damit arbeiten kann. Man sieht genau, wer dieses Tool gebaut hat. Ein code-denkender Mensch. An Strucr in der Version, wie ich es kenne zeigt sich, was geschieht, wenn “Coding Welt” auf die “Welt von Normalmenschen” trifft.
Neben Strucr gibt es Grunde nur Ansätze oder Ankündigungen. Sistrix hat es schon vor langer Zeit angekündigt, ist aber den Launch bislang noch schuldig geblieben. Besser macht es da Searchmetrics, die in ihrer Preview zur Suite 6 wenigstens schon einmal zeigen, wo die Reise bei Searchmetrics hingehen soll. SEOmoz nehme ich da jetzt mal raus, da die Crawlingtiefe nicht wirklich viel zulässt. Zumindest nicht bei den „normalen“ Paketen.
Also ist der Markt im Grunde offen und das gerade, weil Strucr nicht wirklich viel Werbung gemacht und somit keine gute Marktdurchdringung erlangt hat. Es beschränkt sich auf die SEO Gemeinde und da auch nur auf den Teil, der es mitbekommen hat.
Mit Onpage.org kann TDP also einen Markt betreten, der im Flug erobert werden kann. Markenpräsenz ist sicherlich mehr als genug vorhanden.
Fehlt also nur noch ein gutes Tool und das bietet onPage.org bislang zwar in einer Beta, dafür aber in einer sehr beeindruckenden Form.
Das Tool traut sich.
Es traut sich von der Sterilität der reinen Zahlen- und Datenjunkies abzuweichen und ein Tool in eine Geschichte zu legen. Ok, Geschichte ist jetzt vielleicht der falsche Ausdruck, aber zu mindestens schafft es das Onpage SEO Tool mit Charakteren wie Captain Onpage und Prof. Mario Serpino (warum der jetzt Mario heisst
?) eine gewisse Organik in ein Tool dieser Art zu bringen.
Doch von dieser optischen und charmanten Benutzerführung schafft das Tool es, eine Brücke zu schlagen. Ein Brücke zu schlagen zwischen Problemen und möglichen Lösungen.
Welche Auswirkungen haben meine OnPage Veränderungen auf mein Ranking ? Eine Frage, die sich jeder SEO nicht nur einmal gestellt hat und die bislang nur mit Postits oder Logbüchern mit entsprechender Verbindung beantwortet werden konnte. Diese Brücke versucht onpage.org zu schliessen.
Diese Verbindungen finden sich noch an vielen anderen Stellen und das macht den Mehrwert des Tools aus. Es ist keine reine Datenschleuder, sondern es versucht, Lösungen zu finden oder zumindest macht es Lösungsmöglichkeiten erkennbarer und mehr kann man sicherlich nicht von einem Tool erwarten.
Im Einzelnen werden die folgenden Felder bearbeitet :
Server
Überwacht werden Serververfügbarkeiten und Status Rückgaben. Alles Sachen, die ein Projekt auf solide Beine stellen. Gerade die Verfügbarkeiten und Antwortzeiten von Servern wurden bislang oft über spezielle Einzelanbieter geprüft. Für einen seo-orientierten Mensch gehört diese Überwachung in ein Tool. Richtig erkannt
Keywords
Reines Ranking-Tracking war gestern. Hier spielt viel mehr rein. Die Verbindung zwischen Rankings und Änderungen im Fehlerbereich zu Beispiel. Alles Bewegungen, die bislang nur schwer zu erkennen waren. Aber auch alt bewährte Module, wie die Erkennung sogenannter „Low Hanging Fruits“ (also Keyword, die sich mit gutem Suchvolumen an der Schwelle zu ersten Seite bewegen), Wettbewerber und Mehrfachrankings sind konsequenter Weise vorhanden und runden das Bild ab.
Meta
Der Bereich der Betadaten zeigt in Übersicht und im Detail, welchen Optimierungsgrad ein Projekt hat. Fehler und Warnungen im Title oder in der Description sind nur ein Teil der Bereiche, die hier gezeigt werden.
Inhalte
Auch hier wird mit einem Optimierungs-Score gearbeitet, der sich aus der Optimierung der Teilbereiche ergibt. Arbeite ich also in den Teilbereichen konsequent und erfolgreich, wird auch mein allgemeiner Score steigen und das mit jedem Crawl. So entstehen Ziele. Gut so.
Links
Der Bereich der Links gibt mir, wie ich gestehen muss, noch einige Rätsel auf. Wo kommen die Daten her und wie kommen manche Bewertungen zu Stande? Da kann es sein, dass ich ein paar Sachen noch nicht ganz verstanden habe, aber das kommt sicherlich noch. Gut die Erschaffer zu kennen.
Bilder
Hier werden direkt Optimierungpotentiale erkannt. Fehlen mir Alt Texte in Grafiken, die zu einer schlechteren Zuordnung führen könnten? Welche Bilder liegen bei mir intern und welche ziehe ich von extern. Da kann man schnell mal den Überblick verlieren. Aber Captian Onpage rettet dich
Architektur
Der Bereich ist extrem umfangreich und das bei optisch guter Aufbereitung. Hier werde ich in Zukunft noch mehr zu schreiben, da ich hier viele gute und neue Ansätze gefunden habe.
Onpage.org ermöglicht es dem Nutzer außerdem, Google Analytics Daten und die Daten aus den Google Webmaster Tools einzubinden und somit Daten in einem Tool zu vereinen. Der Ansatz ist brillant, auch wenn ich die Umsetzung direkt noch nicht getestet habe.
Lohnt sich also onpage.org auch für mich?
Die Entscheidung ist schwer. Ich bin zwar extrem begeistert von dem Onpage SEO Tool und werde es persönlich sicherlich nutzen. Ich kann aber auch nicht ohne schlechtes Gewissen sagen, dass es nur das eine Tool geben wird. Ich denke, dass es schon viele geben wird, die auf die entsprechende Erweiterung in Searchmetrics und Sistrix warten werden. Es ist einfach zu verlockend, alles unter einem Dach zu haben und das mit Kennziffern, die ich kenn (;-)).
Es wird sich zeigen, wie das Tool aufgenommen wird. Onpage.org hat aber echte Chancen eine Konkurrenz für die anderen Tools zu werden und wer TDP kennt, weiß, dass ein zweiter Platz mit Verlieren gleichgesetzt wird.
Jedem, der es sich leisten kann empfehle ich bei onpage.org vom Start an dabei zu sein. Die Chance, dann auf einem SEO Tool der Zukunft zu sitzen ist groß. Dabei gehe ich davon aus, dass es auch in Zukunft mehrere Tools nebeneinander braucht, um sich einen guten Überblick zu verschaffen.
Was kostet das Tool?
Ok, ich muss es umformulieren. Onpage.org gab es mal als Early Adopter Version für 89,90 €. Damit würde sich eine Domain beobachten lassen, wenn es noch verfügbar wäre. Aber es ist eine Beta und da ist Skalierbarkeit oft das größte Problem. Ich habe gehört, dass ein Account zum Launch für 99 € bis 129 € zu haben sein wird. Das wären alle Preise, die keinen ersthaften SEO zum Meckern veranlassen würden. Das wäre sogar ziemlich preiswert für den Funktionsumfang.





