Monetization Camp und Social Media Camp Berlin 2009
Im Rahmen der Prof its fand am gestrigen 25.06.2009 in einem kleine Teil der Berliner Messehallen das Monitization Camp und das Social Media Camp statt. Ich war sehr gespannt, wohin sich gerade das Monitization Camp entwickeln würde, da ich das Vorgängermodell auch schon in 2008 in den Zanox Räumen besucht hatte. Gegen 13.00 Uhr traf ich dort ein und fand sehr schnell Ernüchterung.
Wer mich kennt, der weiss, dass ich zu Barcamps meine ganz persönliche eigene Meinung habe und gerade bei dieser Veranstaltung wurde ich wieder einmal extremst bestärkt.
Ich fand die Veranstaltung subjektiv gesehen sehr “lieblos”.
Ich will jetzt nicht so weit ausholen, da ich die “ehrenamtliche” Arbeit für eine solche Veranstaltung immer sehr lobenswert finde. Jedoch glaube ich, dass sich Barcamps mit einer Veranstaltung wie dieser nicht weiterentwicklen, sondern das Thema Barcamp in Deutschland zu erliegen bringen werden. Ich will auch kurz schreiben, warum ich das so sehe.
Barcamps sollen frei ablaufen. Ich liebe diesen Grundgedanken und die Möglichkeit der Selbstregulierung innerhalb solcher Events. Doch frei bedeutet nicht unvorbereitet. Menschen haben auch bei solchen Events ein Grundbedürfnis auf “räumlicher Wärme” und der Möglichkeit in den Sessions wirklich kommunikativ zu sein. Das Bedürfnis nach “räumlicher Wärme” (und ich meine damit nicht die Raumtemperatur) war in kalten, sterilen und großen Messehallen nicht im Ansatz zu erzeugen. Die Platten auf dem Boden, die hohen Wände und Decken machen ein solches Event wenig gemütlich. Das ändert sich auch nicht, indem ich ein kleines Stück grünen Teppich auf die Bodeplattenkonstruktion lege. Gleiches galt sicherlich für den Versorgungspunkt. Ich kann die Tische noch so schön machen. Wenn ich die Verpackungskisten einfach so hinfeuere, dann entsteht ein Bild der Unordnung, dass nicht sein muss.
Aber mal Weg von diesen Wahrnehmung, die wie gesagt mein eigenes Empfinden widerspiegeln.
Was garnicht geht, ist ein solches hoch kommunikativ gedachtes Konzept wie das Barcamp planerisch so zu vergeigen, dass Kommunikation fast nicht mehr möglich ist. Gemeint ist damit die Raumakustik. Ich habe ja nach dem Barcamp Berlin schon gedacht es kann nicht schlimmer kommen, aber es ging noch schlimmer. Die riesigen Hallen wurden mittels Holzwänden in drei Vortragsteile gegliedert. Null Schalltrennung. Dieses führte dazu, dass die Speaker in den Sessions die ich besuchte kaum Möglichkeiten hatten normal vorzutragen. Der Geräuschpegel war unerträglich und ich war nach 30 Minuten einfach nur genervt. Wenn sich 5 Meter von dir entfernt zwei Menschen relativ lautstark über das aktuelle Thema unterhalten und 90 % der Hörerschaft auf Grund der Umgebungslautstärke nichts davon mitbekommen, dann kann das nicht der richtige Weg sein.
Ich glaube, dass dem Konzept Barcamp mit diesen Veranstaltungen kein gefallen getan wurde. Räume und Akustik kann man sich vorher ansehen und testen. Wie gesagt, nur Basiseinsatz in der Form ich mach es zwar und alles muss sich selbst finden, ist mir persönlich zu wenig. Wenn die Sache am Geld hängt, dann sollten auch andere Veranstalter darüber nachdenken einen kleinen Betrag als Teilnahmegebühr einzufordern. 20 Euro wird wohl jeder für so etwas investieren können.
Dennoch hoffe ich, dass die Schwachstellen auch von den Organisatoren erkannt wurden und freue mich auf eine optimierte Wiederholung.
Was mich aber noch mehr nervt, ist aber die Tatsache, dass die Organisatoren so alleine gelassen werden. Für mich verkommen viele Barcamps immer mehr zu einem Eigenpromotion und Schmarotzer Event.
Schade drum.
Hier noch ein paar Bilder :





















