Links und der Sichtbarkeitsindex

Angefixt von einem Post des SEO Gläubigen ;-) will ich mal meine Meinung zu Wert des Sistrix Sichtbarkeitsindex im Linkhandel loswerden. Dan hat in seinem Post grundsätzlich gesagt, dass der SI für die Bewertung von Links oft untauglich ist. Ich sehe das in Teilen ganz anders.

Für mich spielt der Sichtbarkeitsindex seit Jahren im Linkhandel eine wirklich tragende Rolle und ich will kurz erklären, warum dies so ist.

Das Ziel des Wertes

Seit Jahren streiten sich die Suchmaschinenoptimierer darüber, ob der Sichtbarkeitsindex wirklich als KPI geeignet ist. Es kommt dann immer sehr schnell eine Zahl ins Spiel, welche die Basis des SI darstellt. Ein Set von 250.000 Keywords (das ist die Keyword-Basis) bildet halt nicht alles ab.

Aber die Frage ist doch im Grunde, welche Keywords sich in dem Set befinden. Klar, gibt es Ausnahmen, wie technische Neuheiten (iPhone etc.) aber das Basisset ist so breit, dass die meisten businessrelevanten und teueren Keywords enthalten sind.

Der Sichtbarkeitsindex soll also nur als Basis KPI dienen.

Ziel von SEO

SEO hat nach meinem Verständnis das Ziel in trafficstarke und teurer Keywordssets einzudringen. Nur in diesen Sets kann man Geld verdienen (bzw. man kann mehr Geld verdienen, wenn man diese Sets auch besetzt). Ausnahmen bestätigen die Regel, aber im Grunde stimmt die Betrachtung. Selbst wenn man in einer Nische startet, dann wird man mit dem Ansatz eines echten Projekts versuchen in die “normalen” Trafficströme zu gelangen. Das bedeutet, dass gute Projekte früher oder später auch im Keywordset des Sichtbarkeitindex auftauchen werden.

Das gilt auch für das oft als fehlend zitiert Keyword iPhone. Selbst wenn es selber nicht auftaucht, wird ein ordentlicher Onliner auch in die Keywordbereiche um das Keyword “Handy” eindringen wollen, weil dort massiver Traffic zu erwarten ist und weil es semantisch einfach passt.

Wenn dies so ist, dann ist der SI ein Wert, der mir signalisiert, ob ein Projekt wirklich ein Projekt im klassischen Sinne ist. Man muss selbstverständlich nicht nur nach echten Projekten suchen, aber ich mache es halt in der Mehrzahl und ich glaube in Zeiten von Brandtrust ist die Überlegung vielleicht gar nicht so falsch.

Ich bin also davon überzeugt, dass der Sichtbarkeitsindex eine gute Grundlage für eine Linkbewertung ist und ich werde ihn und die Sichtbarkeitswerte anderer Tools weiterhin nutzen, um wertige Links zu ermitteln. Erfahrungsgemäß lassen sich diese Werte auch im geschäftlichen SEO Alltag besser nutzen, als fiktive Trustannahmen, die oft nicht zu beweisen sind.

Im Grunde kommen nach meiner Erfahrung die Meinungen über die Nichtbeachtung des Sichtbarkeitsindex im Linkhandel aus der klassischen Affiliate Ecke der SEO Steinzeit. Für mich gibt es im eCommerce dieses “unter dem Radar” fliegen nicht (nicht mehr). Nur wenn das Visier offen ist und ich mutmaßen kann, dass das Projekt auch in Zukunft weiter nach vorne will, sind meine Link dauerhaft wertvoll. Es ist dabei egal über welchen Weg ich die Links bekommen habe :-) .

 

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6 Kommentare zu “Links und der Sichtbarkeitsindex”

  1. Matte sagt:

    Beschäftige mich auch gerade mit der Frage, welche Faktoren ich für die Wertigkeit eines Links automatisiert heranziehen soll. Vergleiche ich da z.B. Artikelverzeichnisse, so habe ich bei jetzt-weiß-ich.de einen Sichtbarkeitsindex von 0,59. Das fände ich erstmal ok. Mache ich dann aber ein Juice-Analyse mit den LRTs komme ich auf einen Juice von „dead“. Auf der anderen Seite wird bei tantelu.de ein Juice von „Juice/25“ ausgeworfen, obwohl der Sichtbarkeitsindex 0 ist. Somit brauche ich also mehr Metriken.
    Grundsätzlich problematisch ist, dass (mir) nicht klar ist, wie der Juice errechnet wird.

    Sehe es übrigens nicht ganz so, dass das Ziel immer ist, in trafficstarke und teure Keywordsets einzudringen. Friday Nite hat es mal vor Jahren auf der SMX so oder so ähnlich ausgedrückt: „Wenn du Flugzeugträger verkaufst, kann dir schon eine Conversion reichen“ ;-)

  2. martin sagt:

    Wie alle Indexwerte macht der SI nur um DurchSchnitt wirklich Sinn. Unser Diplomand hatte zum Wert eines Backlinks mal dieses Tool geschrieben http://www.backlinkaufbau.com, das Tool berücksichtigt viele Faktoren und kann als weitere, grobe Qualifizierung dienen. Viele Faktoren würde ich auch bei einer manuellen LinkwertQualifizierung nutzen.

  3. SEOnaut sagt:

    @matte Naja, dann gehe mal zur Bank und erkläre denen den Plan von Friday ;-) . Für mich ist nicht so sehr entscheidend wie hoch der SI ist, sondern eher, dass es einen Wert über 0 gibt. Gerade im Expireds Bereich gibt es Tausende Angebote mit SI 0 und Hunderten von Links. Das bleibt für mich ein KO Kriterium.

  4. seonderbar sagt:

    Hi Marco,

    ich glaube, ich habe den Text von Dan etwas anders interpretiert als Du. Für mich war die Kernaussage von Dan die, dass der SI von Sistrix nicht wirklich dazu geeignet ist die Power/Trust eines Links zu beurteilen. V.a. in Sachen Expired Domains und internationalen Trustbunkern.

    Sistrix ist wirklich für erste Projektbewertungen deutscher Webseiten zu gebrauchen und hierfür ein netter Richtwert.

    Was jedoch die Beurteilung von Expireds, Links mit ungewöhnlicher Backlinkstruktur und Nischenwebseiten mit Wums anbelangt, stößt das Tool an seine Grenzen. Nicht schlimm, aber das sollte man sich stehts vor Augen führen, was jedoch die meisten nicht machen.

    Wenn ich dann in einem Tausch verwickelt bin, derjenige damit argumentiert, das Teil hat zu wenig SI oder PR, dann schließ ich ganz schnell meine Mailbox und such mir wen anders oder Tausche auf einer anderen Ebene.

    Ich gebe Dir recht, dass der SI für deutsche Projekte und deren “Moneykeyword-Platzierung” verwendbar ist und da auch nicht allumfassend. Alles andere legt Dan sehr schön nahe.

    Grüße,
    Andreas

  5. SEOnaut sagt:

    @seonderbar Ich denke ja auch das Dan im Grunde auf die Probleme im Umgang mit dem SI im Linkhandel eingehen wollte. Für mich ist er eine feste Größe in der Bewertung von Links und Wertigkeiten. Gerade das extrem ausufernde Thema Expireds hat meine Meinung dazu sicherlich einschlägig beeinflusst. Das gebe ich zu. Bei deutschen Projekten würdest du bei mir den Satz “Hat ja keinen SI” mit Sicherheit auch hören.

  6. Thomas sagt:

    Bei Projekten, die im deutschsprachigen Raum ranken wollen, halte ich den SI immer noch für einen wichtigen Indikator. Stimme Marco hier absolut zu. Wie hoch der SI ausfällt, ist dann eigentlich nicht mehr so entscheidend. Hauptsache, da gibt es einen SI-Graphen. Grundsätzlich finde ich, dass je mehr SI, desto besser. Dass man zusätzlich noch die IP-Pop, die Anchortexte und einen kurzen Überblick über die verlinkenden Domains verschaffen sollte, steht ausser Frage. Die Bewertung von expireds ist dagegen schon schwieriger. Hier schaue ich zuerst darauf, aus welchem Themenbereich die Domain ursprünglich kommt. Wenn eine expireds mit PR0 daherkommt, muss der Tauschpartner schon ein paar gute Argumente haben.