Google personal search, realtime search. Noch was …. ?

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Die letzte Woche war ja an Schlagzahl in Sachen Search kaum zu überbieten. Es kam ja in der letzten Zeit nicht so oft vor, dass Google Produkte gelauncht hat, die direkten Einfluss auf die Suche und auch direkten Einfluss auf die Arbeit eines SEOs haben könnten. Doch jetzt war es halt so und die SEO Gemeinschaft spekuliert, wie es weitergehen soll.

Aber vielleicht sollte ich erst einmal erklären, um was es eigentlich geht.

Es geht um Google personal search und Google realtime search.

Fangen wir einfach mal mit der Google personal search an. Google ist eine Suchmaschine und arbeitet mit Daten. Diese Daten werden algorithmisch ausgewertet und bei Vorliegen von passenden Suchanfragen auf den Google Ergebnisseiten ausgeliefert. Diesen Daten fehlte in der Vergangenheit der richtige “Bums”, da es sich um Daten handelte, die maschinell bewertet wurden. Google hat seit langer Zeit ein Auge auf bessere Daten geworfen. Besser könnten subjektiv gesehen Daten sein, die Google vorhandenem Nutzerverhalten zuschreiben kann. Doch an diese Daten kam Google bis vor einiger Zeit nur, wenn der Nutzer diese freiwillig zur Verfügung gestellt hatte. Zu diesem Zwecke konnte jeder Google Nutzer ein persönliches Konto anlegen und sich einloggen. Ab diesem Moment wurden sämtliche Nutzungsdaten von Google erfasst und bewertet. So wurde zum Beispiel erkannt, dass der Nutzer, wenn er nach dem Begriff Apple suchte vielleicht eher die Marke Apple meinte als die englische Übersetzung von Apfel. So konnten bessere und oft angepasstere Ergebnisse ausgeliefert werden. Ein weiteres Beispiel waren Seiten, die durch den Nutzer öfter angeklickt wurden. Diese wurden ab einer bestimmten Schwellenüberschreitung prominent in den SERPS angezeigt, weil Google vermutete, dass der Nutzer öfter danach sucht. 

Ok, alle erfassten Daten sammelte Google beim Nutzer auf freiwilliger Basis. Auch wenn ich mir nicht darüber bewusst bin jemals eine entsprechende Einwilligung gegeben zu haben, so glaube ich, dass mit Sicherheit in den AGBs entsprechendes vermerkt war. Man klickt sich halt so durch.

Mit Google personal search durchbricht Google jetzt die Datenschranke. Mittels Cookies mit einer Laufzeit von 180 Tagen hinterlegt Google auf dem Rechner des Nutzers die Nutzungsdaten. Egal, ob mal eingeloggt ist oder nicht. Krass, oder ?

Ja, weil das bedeutet, dass jeder Nutzer ab sofort eigene SERPS ausgeliefert bekommt, wenn er die Funktion in einer gut versteckten History Funktion nicht ausschaltet. Vorbei sind also die Zeiten, wo meine Frau, mein Sohn und ich am selben Rechner sitzen konnten. Ich will ja meine eigenen Ergebnisse sehen und nicht die meiner Frau.

Aber ist das wirklich so und wirkt sich Google personal search wirklich auf die SERPS aus ?

Ja, ich habe in den letzten Wochen schon einige Posts geschrieben in denen ich über ungewöhnliche SERPS gestolpert bin. So fand ich unter dem SearchTerm Suchmaschinenoptimierung meine SEO Agentur SUMAGO auf Nummer 1, obwohl ich eigentlich immer eher auf der zweiten Seite vertreten bin. Nach kurzer naiver Freude zeigte sich, dass es anscheinend der Ausfluss aus meinem persönlichen Suchverhalten war und es sei mir verziehen, dass ich halt oft auf mein Hauptkeyword schaue.

Zu dem Problem wurde ich damals nur belächelt. Einige schoben es auf einen Bug. Ich selber glaubte, dass es sich um eine Fehlfunktion im Internet Explorer handeln könnte, da ich das Phänomen nur im IE hatte. War es aber nicht. Seit dem 5.12 wissen wir, dass es anscheinend die ersten Ergebnisse der Google personal search waren.

Doch was bedeutet dies für die Arbeit eines SEOs. Bedeutet das nicht auch, dass jeder Kunde jetzt ganz eigene SERPS sieht. Ja, genau das bedeutet es, da ich mir nicht vorstellen kann, dass die Nutzer (und Kunden sind auch Nutzer) entweder die Google personal search ausschalten oder die Suche über einen String ergänzen. Also bleibt die Frage, wie ich in Zukunft solche Rankings nachweise und besonders stellt sich diese Frage, wenn ich auf Basis von Keywords abrechne. Da werden sich in Zukunft sicherlich einige SEOs Gedanken machen müssen. Entsprechende Änderungen in den AGBs werden die Kunden in der nächsten Zeit vorgelegt bekommen. Doch wie will man es allen gerecht machen. Ich sehe nur die Chance, das Ganze über clear Ergebnisse zu machen, also Abfragen, die über einen String clean zurückgegeben werden. 

Mit dieser Übergabe zeige ich Google aber dann auch wieder, dass ich eigentlich ein SEO bin. Wer sonst fragt sonst so ab. Viel andere werden es in der Masse dann ja nicht sein. Ein weiteres Problem bleibt aber die Kontrollierbarkeit der Resultate. Ich kenne keinen Kunden, der nicht die Ergebnisse auch mal kontrolliert. Liegt ja in der Natur der Sache.

Nun hört sich das alles sehr spektakulär an. Zunächst ist es aber halb so wild. Die Veränderungen werden nur minimal sein. Nach dem, was ich zurzeit sehe, verändern sich die SERPS erst sehr spät zu Gunsten des Nutzerverhaltens. Es wird sich also zunächst auf Bereiche beschränken, die täglich gesucht werden und das müssen nicht immer die eigenen Keywords sein, sondern sind oft eher Newsseiten etc..

Jeder SEO sollte aber gewarnt sein und seine Geschäfts- und Abrechnungsmodelle vorsorglich entsprechend anpassen. Eines ist nämlich sicher. Wenn Google den ersten Schwung überstanden hat und ich meine damit den Aufschrei der Datenschützer, der bislang komischerweise noch ausgeblieben ist, wird sich Google mit wachsender Datensicherheit immer mehr in Richtung einer schnellerer Veränderung bewegen.

Ganz sicher. Denn Google geht es nicht um den Nutzen der Google Nutzer, sondern um die Möglichkeit durch angepasste SERPS auch noch besser angepasste Werbung ausliefern zu können, die dann direkt in Mehreinnahmen münden soll.

Don t be evil. Ich glaube, dass der Punkt spätestens hier überschritten wird und wie gesagt ich wundere mich, warum hier kein Aufschrei kommt.

Das Thema realtime search werde ich in einem weiteren Post behandeln, sonst bekomme ich die Keyword-Prio nicht hin, hehe.

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4 Kommentare zu “Google personal search, realtime search. Noch was …. ?”

  1. Constantin sagt:

    Hallo Marco,

    schöner Post zum Thema! Deswegen bin ich ja schon länger Verfechter der Strategie nicht festgelegte Keywords und die Positionen zu messen, sondern Traffic und Conversions.

    Für die Agenturen bedeutet dies erstmal mehr Aufwand, später lohnt sich dieser aber für beide Seiten. Siehe hier nochmal meinen Post zum Thema Vergütung.

    Liebe Grüße,
    Constantin

  2. Roman sagt:

    Hi Marco, mehrere Benutzer an einem Rechner (bzw einem Cookie) verfälschen die Rankings, das ist übel, obwohl, die Rankings sind jetzt schon nicht mehr “überall” gleich, Stichwort regionaler Standort des Rechners… erstmal cool bleiben und Kaffee trinken :-) ich denke, Google wird je länger je unwichtiger, und wer sich für SEO zu fest auf einzelne bestimmte Engines, Keys und Rankings festnagelt ist eh (heute schon) selber schuld, Gruss aus CH, Roman

  3. [...] Google personal search, realtime search. Noch was …. ? Share this on RedditPost this to MySpaceShare this on FacebookTweet This!Subscribe to the comments for this post?Add this to Google BookmarksShare this on FriendFeed [...]

  4. [...] ich zu Gast im Podcast der Searchcowboys. Nina und Roy haben mich in Sachen Google Realtimesearch, Personal Search und SEO CAMPIXX in die Mangel genommen. Hat Spaß gemacht neben Radio4SEO auch mal wo anders zu [...]