GMail Indexierung die 2. ? Keiner regt sich ?
Manche Sache brauchen scheinbar Zeit. Anders kann ich mir nicht erklären, warum die Einführung der Indexierung für Eigenaccountinhalte aus GMail nicht ohne merkliche Reaktionen geblieben ist. Es ist noch keine 5 Jahre her, da Google diesen Schritt schon einmal versucht. Die Welle der Entrüstung war damals so groß, dass Google schnell zurück ruderte.
Jetzt ein paar Jahre später scheint es also in Ordnung zu sein, dass private Inhalte indexiert werden und in die private (also eingeloggte) Suche einfließen. Keiner macht sich mehr Gedanken darum, was eigentlich das Wort “privat” bedeutet. Bedeutet es wirklich, dass ein Suchmaschinenbetreiber meine privaten Mails durchsuchen und in einen Index (wenn auch vielleicht extra gehalten) stellen darf, der tausende Meilen von mir entfernt unter fremden Recht arbeitet ?
Es wird Hürde um Hürde genommen und keiner scheint sich so richtig darüber zu wundern. Eine ziemlich erschreckende Entwicklung. Psychologisch eine 1+. Die Taktik der kleinen Schritte in einer gesellschaftlichen Umentwicklung wirkt prima. Die Frage ist aber, wer am Ende der Gewinner dabei ist.
Eines ist klar. Die Geschwindigkeit der Entwicklung besonders im Bereich der sozialen Medien ist so hoch, dass nicht in selben Maß Umgang und Umgangskompetenz geschult werden können. Elternhaus und Schulen haben den Kampf nicht einmal aufgegeben. Sie haben ihn nicht einmal begonnen. Die soziale Prägung der Jugend wird den Anbietern selber überlassen. Glück haben die, die Eltern oder Lehrer haben, die im Umgang mit den sozialen Medien geschult sind. Aber seien wir einmal ehrlich. Wie viel Prozent der weltweiten Bevölkerung sind das ? Warum sind die Tagesätze von Social Media Consultants so hoch ?
Nur weil der “arabische Frühling” mit durch Facebook eingeleitet wurde, heisst es nicht, dass die Araber im Umgang mit dem Medium kompetent sind. Ganz im Gegenteil. Es besteht sogar die Gefahr, dass ganz besonders hier Gefahren lauern. Gewinnen werden die, die im Umgang mit den neuen Medien geschult sind. Das betrifft unsere Gesellschaft genau so, wie alle anderen Teile der Welt. Aber wenn wir uns so umschauen, dann sind es weltweit mehr Länder, die nicht nach demokratischen Grundsätzen funktionieren. Ist das “Soziale System” darauf überhaupt vorbereitet ?
Sollte man es einfach locker sehen, weil die Besitzer der Daten Amerikaner sind ? Also die Menschen einer “lupenreine” Demokratie, die ihr Ego System mit persönlicher Waffenfreiheit verteidigen und die “ohne” jede Art von Lobbyarbeit ihren Wahlkampf und damit indirekt die Präsidentschaft bestreiten ?
Mir ist nicht ganz klar, wo das alles hinführt.
Ich bin selber Teil des Systems, weil ich meinen Lebensunterhalt mit dem Internet und Teilen der Sozialen Medien verdiene. Das mag man mir vorwerfen können, aber ich hoffe zumindest meinem Nachwuchs die nötige Kompetenz mit auf dem Weg geben zu können. Es reicht die Kompetenz entscheiden zu können, ob und wie ich soziale Medien einsetze. Sie sind nicht das “Teufelszeug”. Sie haben Vorteile. Es ist in Teilen so, wie bei der Einführung des Telefons und des Handys. Heute ist es nicht mehr weg zu denken.
Die Gefahren sind hier aber größer.
Aber kommen wir wieder zurück zum Kern des Posts. Dass Google die privaten Daten mit die Indexierung nimmt, ist in meinen Augen unerträglich. Ich selber habe GMail nie für private Aktivitäten genutzt und werde es nach der Ankündigung auch nie mehr machen.
Privat bleibt privat, ENDE !!!
1000 Mal kann mir Google sagen, dass nur ich Zugang auf die Mails mit meinem Accountzugang habe. Ich will nicht, dass Google meine privaten Nachrichten indexiert und somit auswerten und bewerten kann. ICH WILL ES NICHT.
In diesem Zusammehnag hat Bill Slawksi auf ein Google Patent vom 15. August 2012 hingewiesen, dass sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Viel Spaß beim Lesen und verdauen.
Was denkt ihr ? Ist es euch egal ?


