Gedanken zur SEO Markt-Entwicklung

Der Markt von Dienstleistern rund um das Thema Suchmaschinenoptimierung ist in den letzten Jahren sprunghaft gewachsen. SEO ist ein wenig gesellschaftsfähiger geworden. Überall liest man Artikel zum Thema. Doch diese Entwicklung hat 2 Seiten und wie immer im Leben ist eine davon gut und die andere schlecht.

Die gute Seite

Seit Jahren schreit der Markt nach Nachwuchs im Bereich Suchmaschinenoptimierung. Dieses Schreien wurde erhört. Getragen durch die massiv geschürte Erwartung  auf das große Geld, drängen immer mehr Neueinsteiger auf den Markt. Auch wenn es dabei sehr skurrile Entwicklungen gibt (so wurde ein mir bekannter Einsteiger kürzlich Head of SEO in einer deutschen Agentur und rennt jetzt nur fragender Weise durch Gemeinde), so ist die Entwicklung doch im Grunde erfreulich, weil nur sie dazu beitragen kann, dass Wachstum entsteht. Wenn unten welche nachkommen, dann verändert sich oben meistens auch was und im Falle von SEO hat die Reifung des Marktes dazu geführt, dass viele bekannte SEOs der letzten Jahre den Weg in die Selbstständigkeit gegangen sind oder echte leitende Funktionen im Marketing Bereich großer Unternehmen gefunden haben. Sprich : In den letzten 2 Jahren ist es zu einem massiven Anstieg von Dienstleistern am Markt gekommen. In vielen Bereichen konnte ich persönlich von dieser Entwicklung profitieren. So hat sich gerade bei dieser Entwicklung gezeigt, dass Kontakte der ersten Stunde jetzt Gold wert sind.

Doch neben dieser positiven Entwicklung gibt es auch einen Bereich, der sehr negativ auffällt und das ist

die schlechte Seite

Der Markt im Bereich Suchmaschinenoptimierung entwickelt sich leider wie jeder aufstrebende Markt. Er lockt und lockt und lockt mit der Erwartung schnell reich zu werden oder zu mindest ein Stück vom großen Kuchen abzubekommen. So entstehen neben den guten und seriösen Agenturen auch sehr viele Trittbrettfahrer-Agenturen, die überhaupt keinen Plan haben. Jeder noch so kleine Anbieter hat in seinem Firmenprofil jetzt das Kürzel SEO. Eine Entwicklung, die zwar normal ist aber für mich Folgen in meiner eigenen “Denke” hat.

Du kannst dich gegen diese “ichmachmalmit” Agenturen nicht wehren. Du kannst dich zwar durch gute Reputation ein wenig abgrenzen, aber das wird auf Dauer vielleicht nicht reichen. Der Markt ist zu 99 % unwissend. Das bedeutet, dass Reputation nur 1 % der möglichen Kunden da draussen erreicht. Die restlichen 99 % werden durch den massiven Einsatz von Vertriebsinstrumenten eingefangen und das funktioniert. Sehr gut sogar.

Wenn man sich einige der angesprochenen Agenturen ansieht, so merkt man schnell, dass diese im Bereich des Know Hows eher Vertriebler sind als SEOs. Oft haben sie massive Erfahrung im Direktmarketing. Also ein Bereich in dem viele gute SEO Agentur erst das Gehen lernen. Das hat zur Folge, dass der breite Markt nicht unter den ”guten” Agenturen aufgeteilt wird, sondern unter diesen Vertrieblern.

Gegen diese Entwicklung kann man “poltern” so viel man will. Dieser Bereich wird den Markt überrennen. 

Die Folgen sind da draussen schon deutlich spürbar. Die Seiten verschieben sich. Einige Agenturen, die ich als seriöse und gute Agenturen eingestuft hatte, springen langsam auch auf diesen Zug auf und das sicherlich, weil sie ebenfalls Angst haben überrollt zu werden. Dadurch vermischen sich die Bereiche leider. Nicht alle guten Agenturen können das Level bei massiver Erweiterung halten. Es ist oft ein Spiel der Zahlen. Gute SEOs sind teuer und das nicht nur in der Bezahlung. Mitarbeiter zu motivieren und dauerhaft an ein Unternehmen zu binden ist im Bereich Suchmaschinenoptimierung schwer, teuer und oft unmöglich. Es geht oft mehr um Profit als um SEO Arbeit.

Wenn man sich mit Interessenten für SEO Maßnahmen unterhält, so wird oft als Vertrauensfaktor die Agenturgröße genannt, also die Anzahl der Mitarbeiter. Eine Größe, die auch auf dem kürzlich erschienenden SEO Ageturposter von iBusiness eine optische Rolle spielte.

Doch diese Wahrnehmung ist im Grunde total falsch und schliesst dierekt an die Vermischung an die oben beschrieben wurde. Die Erfahrung zeigt, dass die großen (oft dann Allround) Agenturen im Grunde durch die Größe allein schon an Power verlieren. Oft sind es gerade die kleinen Agenturen bis 20 Mitarbeiter, die ein Maximum an Leistungsfähigkeit erschaffen können. Gerade, weil hier die Mitarbeiterzufriedenheit noch massiv vom Teamgeist und am Interesse am Thema getragen wird, was bei größeren Mitarbeiterzahlen oft automatisch verloren geht.

Egal, man wird diese Entwicklung nicht aufhalten können. Eines ist klar. Die Ellenbogen werden in den nächsten Jahren deutlich weiter ausgefahren. Alle werden sich mehr abgrenzen und wie lange solche Konzepte wie das der SEO CAMPIXX noch funktionieren ist für mich fraglich.

In einigen ruhigen Minuten denke ich dann immer wieder darüber nach, ob Interessenverbände, die der BVDW helfen können sich gegen diese massive Bewegung der “Ahnungslosen” zur Wehr zu setzen. Doch immer wenn ich mich mit dem Thema beschäftige und gerade mit dem damit verbundenen Thema der SEO Zertifikate komme ich schnell zu der Überzeugung, dass diese Verbände auch nur das kapitalistische Hierarchiespiel spielen.

Was bleibt also ?

Ellebogen selber weiter ausfahren ? Selber mehr Vertrieb organisieren und so werden wie die Heuschrecken-Fraktion ?

Nein !

Ich persönlich werde weiterhin zeigen, dass ich mit Herzblut SEO bin. Das kommt bislang schon in den Erstkontakten beim Kunden an bzw. mehr an, als es der freundliche Call-Center Mitarbeiter kann. Zumindest reicht es zur Zeit um die Auftragbücher so voll zu haben, dass ich mit “gutem Gewissen” optimieren kann. Wir werden sehen, wie sich das alles entwickelt.

Sind auch nur ein paar Zeilen meiner Gedanken. Wenn ihr auch Gedanken zu dem Thema habt, dann immer raus damit.

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31 Kommentare zu “Gedanken zur SEO Markt-Entwicklung”

  1. Alex sagt:

    Netter Artikel.
    Die große Anzahl an ach so tollen Firmen(die besten sind die mit Call Center) sind meiner Meinung nach nicht das Problem. Über kurz oder lang müssen diese Firmen mit Leistung Überzeugen, gelingt dass nicht dann sind sie weg vom Markt.
    Ein Problem hab ich mit KMU die tolle Stellen wie “Online Marketing Manager” “Head of sonstwas” ausschreiben und mit frischgebackenen BWL Studenten besetzen. Diese meinen dann auch noch ihr “Wissen” kundzutun. Leider wird solchen Leuten dann auch noch, dank ihres tollen Titels, glauben geschenkt.

    Für jeden der Online Marketing ernsthaft betreibt, der wird auch in Zukunft Aufträge und Kunden haben.
    Letztendlich wird sich Leistung und Wissen durchsetzen. Auch oder gerade wenn man damit nicht Hausieren geht.

  2. Guido sagt:

    War Vertrieb jemals etwas anderes als Ellenbogen? Ich schätze dies ist nicht nur im SEO-Bereich der Fall, sondern überall, wo Waren oder Dienstleistungen im Wettbewerb stehen.

    Der Markt ist groß genug. Für die stillen, soliden Vertreter des Faches genauso wie für die Marktschreier.

  3. SEO-Kunde sagt:

    Interessierte Kunden stellen Fragen, die mit Halbwissen nicht zu beantworten sind.
    Nachdem uns sogenannte “SEO-Spezialisten” ineffektive und sogar unglaubwürdige Maßnahmen empfohlen hatten, wurde die Zusammenarbeit beendet.

  4. Mariusz sagt:

    “Ja ich nehme den BVDW ernst. So sehr, wie die IHK.”

  5. Matthias sagt:

    Ich sehe das nicht so pessimistisch. Wird der Markt unübersichtlicher, werden sich auch die Kunden schlauer machen müssen. Das ist in allen Marktsegmenten gleich. Komplexe Leistungen einzukaufen, erfordert immer auch ein Leistungsverzeichnis des Kunden. Im Consultingbereich außerhalb der Onlinewelt war das schon immer so. Unübersichtlichkeit führt auch zu größerer Scheu und Vorsicht am Markt. Reputation und Empfehlungen werden dadurch künftig stärker in den Vordergrund treten, da die Verunsicherung größer wird. Die Aufschreie über Abzocker und Schlechtleister werden lauter und tragen weiter zur Verunsicherung bei. Ein schönes Bsp. ist der Bereich der Immobilienmakler. Aufgrund des schlechten Rufes dieses Berufszweiges sind bestimmte Projekte nur noch mit erheblicher Reputation zu bekommen. Das diese Firmen meist sehr große sind, liegt am Alter dieser Szene.

  6. SEOnaut sagt:

    @alex Das Prinzip mit Leistung wird sich durchsetzen funktioniert leider nur auf dem Papier und auch nur für einige wenige. Wenn du es nicht schaffst mit deiner Leistung wahrgenommen zu werden, dann hast du nen Problem

    @Guido Klar, war und ist es immer so. Habe ich ja auch geschrieben. Aber in einem sich gerade entwickelden Markt fällt es halt mehr auf, als in ausgefüllten Märkten, klar. Es sind auch genug Kunden da, da hast du auch Recht. Es ist nur immer wieder ärgerlich, wenn du mit viel herblut in die ErstAkquise gehst und dann von den “kleinen Scheissern” über den unrealistischen Preis abgeschossen wirst. Wie gesagt, sind auch nur Gedanken. Mehr nicht

    @SEO-Kunde Stellt sich die Frage, wie interessierte Kunde Wissen von Halbwissen unterscheiden wollen.

    @Mariusz Das machst du richtig so ;-) . Wobei Interessenverbände grundsätzlich kein schlechter Ansatz sind. Da schlagen so zwei Herzen in meiner Brust

  7. SEOnaut sagt:

    @matthias Ist ja nur ein Problem, wenn die Reputierten dem Geldsegen auch erliegen. Dann verschwimmt halt vieles. Aber wie gesagt, ist nicht unnormales für einen Markt. Dennoch kann es ja mal diskuttiert werden

  8. Moenix sagt:

    guten morgen alle zusammen

    es ist noch gar nicht so lange her da haben Marcus und Johannes sich ja auch diesem Thema gewidmet. Ich kann eure Ängste nicht teilen. Wie du schon richtig schreibst sind 99% der Kunden unwissend und genau da ist die Chance. Die ganzen Vertrieb Jochens die da rum telefonieren und sich die Hacken wundlaufen leisten doch im Grunde genommen nur Missionarssarbeit für uns. Jeder der einmal davon überzeugt wurde was Ihm eine gute Platzierung bringen kann der wird das in Zukunft nicht mehr so einfach ignorieren KÖNNEN. Und selbst wenn Sie Ihren Kunden ein paar tausend euro im Monat, für nicht tun, ab schwatzen dann ist das doch perfekt! Der Kunde zahlt sein Lehrgeld und weiß gleichzeitig das SEO kein Schnäppchen ist.
    Und mal ehrlich es sind doch jetzt schon viele frustrierte Kunden auf dem Markt um die man sich nur kümmern muss…

    Also hier in Berlin scheint zu ersten mal seit gefühlten 6 Monaten die Sonne und ich werde jetzt das machen was die ganzen Vertriebler auch tun… Wochenende!

  9. okseo sagt:

    Hallo zusammen

    Ja ja so ist das mit dem Markt!!! Ist in meiner Branche nicht anders!! Das schicken mir hochdekorierte BWLér Unterlagen zur Prüfung und ich kann nur den Kopf schütteln. Es fällt doch in einem großen Unternehmen überhaupt nicht auf das das was die machen Bockmist ist. Die machen super Präsentationen und Meetings und verkaufen die Ergebnisse auch noch als Erfolg. Da würden wir uns als Kleine Unternehmen für Schämen.

    Wie oft bekomme ich in letzter Zeit Pläne von “Online- Marketing-Spezialisten”, Ihr hättet alle eure Freude daran. Leider gibt es so was wie Datenschutz!! Ich glaube ich suche mir Irgendwann mal ein Lektor und schreibe diese Kuriositäten nieder.

    Trotz alle dem, bleibt auch mein Credo: Die kleinen fressen die großen.

    Also weiterhin viel Erfolg euer okseo

  10. [...] sich der SEO Markt? Auf das Thema “SEO Markt Entwicklung” bin ich gerade bei Marco (boah, dort sind sogar Trackbacks Nofollow, von daher “Gleiches für Gleiches”) [...]

  11. Mo sagt:

    Hi Marco,

    das was du schreibst kann ich von meiner Erfahrung her bestätigen. Nur diese großen “Ahnungslosen” Agenturen sind nun mal wie Heuschrecken und haben auch noch Erfolg damit. Mich ärgert das manchmal auch, vor allem wenn man Firmen, die dort Kunde waren erklären muss, dass man:

    a) für den auftrag wirklich arbeitet und nicht nur Geld kassieren will = Rechtfertigungskunden
    b) keine unerlaubten Methoden einsetzt
    c) sein Wissen auf dem aktuellen Stand ist
    d) das was man tut seriös ist und nicht schädlich
    (ja derart Diskussionspotential begegnet mir immer wieder!)

    Es wird leider weiter in diese Richtung gehen. Aber einige, so hat man manchmal den Eindruck, wollen vom Vertrieb geblendet und letztendlich um horende Budgets betrogen werden.

    viele grüße,
    Mo

  12. Gretus sagt:

    Hallo,

    wohl wahr, dennoch kann ich das offensichtlich existierende Problem hinter der ganzen Story nicht erkennen.

    Letzten Endes setzt sich gute Arbeit durch. Kunden, die Dir möglichweise heute abhanden kommen, stehen morgen wieder vor Deiner Tür.

    Ändern kann man selbst nicht viel, außer vielleicht zusammen auf unseriöse Anbieter bzw. Praktiken aufmerksam machen. Beschriebene Entwicklung aufhalten kannst selbst Du nicht ;o)

    Grüße

    Gretus

  13. webSimon sagt:

    So ist das Leben…

    Spielen denn Referenzen gar keine Rolle? Klar, offen darstellen ist schwierig, in diesem Bereich, aber trotzdem kann man sie doch nutzen.

    Bin deshalb auch der Meinung, dass die Entwicklung zwar Fakt ist, aber es auch so weitergeht.

  14. Christian sagt:

    Hallo,

    jüngst war ich auch einer dieser frischgebackener BWLér die mal eben Head of Sonstwas (SEO/SEM) in einer Agentur worden. Die Folge war eine totale Überforderung mit der SEO Materie und natürlich dementsprechend null Erfolge bei der Optimierung. Dazu kam das ich die Kunden im Fließbandtakt abarbeiten sollte ohne vernümpftige Beratung. Naja ich bin zum Glück jetzt da weg, nur mein Nachfolger natürlich wieder ein Berufseinsteiger tut mir ein bischen leid.

  15. SEOnaut sagt:

    @gretus Diesen Spruch von guter Arbeit setzt sich durch ist doch nicht wahr. Wenn das Leben so einfach wäre. Das wär was.

  16. Hallo,
    mir persönlich ist es total wurscht, ob es morgen wieder 200 neue “Seo-Agenturen” gibt oder nicht, da wir gute 90% aller Aufträge durch Empfehlungen erhalten. Mir tun nur die ahnungslosen Kunden leid, die teilweise Unsummen für schlechte SEO-Arbeit bezahlen. Ich höre da manchmal Sachen, wie “Ich habe da letztes Jahr 80.000 Euro bezahlt und nichts ist passiert.”. Ich schaute mir die Web an und sah ganze 28 Backlinks. Sowas darf einfach nicht sein. Kein Wunder das einige Leute denken, SEO’s sind alles Betrüger und Abzocker.

    Man kann nur hoffe das diese Agenturen schnell wieder vom Markt wieder verschwinden.

    Zum Vertrieb:
    Man braucht halt ein gesundes SEO-Wissen, um den Kunden optimal zu beraten und auch die Erfolge realistisch einschätzen zu können. Beim Vertrieb geht es halt doch nur um das Verkaufen. Aber Suchmaschinenoptimierung heißt auch Kontrolle, fortlaufende Beratung etc.. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Vertriebler mit SEO-Halbwissen das vernünftig zustande bringt.

    LG Micha

  17. SEOnaut sagt:

    @die SEO-Effektiven Hey Micha du bist ja genau so naiv wie ich ;-)

  18. Sebastian sagt:

    Es soll InHouse-SEOs geben, die gar nicht mehr dazukommen, ehemals gute Kontakte in die “Gemeinde“ zu pflegen. Da kann man denen, die zumindest noch Zeit haben, die ein oder andere Frage zu stellen, vermutlich fast schon gratulieren…

    Als Dienstleistung hat sich SEO am Markt etabliert. Neue Agenturen entstehen und alteingesessene Online-Agenturen bieten SEO an. Letztere können auf einen etablierten Kundenstamm zurückgreifen. Das ist einerseits ein großer Vorteil, andererseits ein „muss“. Kann es sich eine Agentur heute noch leisten, das Thema Suchmaschinen bei einem Pitch außen vor zu lassen oder Webseiten anzubieten, welche nicht wenigstens in Grundzügen OnSite-optimiert sind? Der Gedanke, SEO mittelfristig fest als Standbein zu etablieren, liegt nicht zuletzt deshalb nahe.

    Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt imho sehr von der Herangehensweise ab. SEO muss auch aktiv innerhalb der Unternehmen etabliert werden. Ein einfaches „Wir bieten jetzt auch SEO an“, reicht bei einem derart vielschichtigem Thema nicht und auch das Rekrutieren qualifizierter Mitarbeiter ist nur dann sinnvoll, wenn diese die Möglichkeit haben, ihr Wissen im Sinne des Unternehmens einzubringen. Welche Leistungen werden dem Kunden angeboten? Welche Ressourcen sind dafür erforderlich? Welche Ziele sind in welcher Zeit realistisch? sind hier nur einige grundsätzliche Fragen. Wer sich beispielsweise ohne tragfähige Partnerschaften und ohne eigenes Netzwerk als Linkbuilding-Agentur etablieren möchte, hat schlechte Karten.

    Dass in Wachstumsmärkten Personalmangel herrscht und sich auch Berufseinsteigern dadurch vergleichsweise bessere Chancen bieten, ist Tatsache. Ob ein Jobangebot auf Grund des Gehalts, aus Leidenschaft für das Thema oder möglichen Perspektiven angenommen wird, lässt sich pauschal aber wohl nicht beurteilen.

    Wie nach jedem Boom, wird auch hier auf Dauer eine Konsolidierung des Marktes stattfinden. Gewinnen wird, wer Erwartungen der Kunden und gegebene Versprechen dauerhaft erfüllt.

  19. Dirk sagt:

    @Sebastian
    “Kann es sich eine Agentur heute noch leisten, das Thema Suchmaschinen bei einem Pitch außen vor zu lassen oder Webseiten anzubieten, welche nicht wenigstens in Grundzügen OnSite-optimiert sind?”

    Das war zwar eine rhetorische Frage, aber ich sehe immer noch neue Projekte, bei denen SEO-Gedanken keine Rolle gespielt haben.

    Andererseits würde ich behaupten, dass die Zeiten, in denen 99 Prozent der Kunden keine Ahnung von der Materie haben, vorbei sind. Und man kann sich nach zwei Tagen Einarbeitung in das Gebiet ja schon so einigermaßen “ausdrücken” – zumindest ausreichend, um die Schummel-SEOs abzuschrecken.

  20. iBusiness will mit dem SEO/SEA-Poster den Kunden eine Entscheidungshilfe geben, wen Sie auswählen:
    * einen “Nur-SEO”?
    * einen “Auch-SEO”?

    SEO ist längst Teil des gesamten Online-Marketingmixes – und je nach Projekt mehr oder weniger zentral wichtig. Deswegen soll das Poster ALLE relevanten Faktoren der Entscheidungsfindung für den Kunden transparent machen: Die SEO-Positionierung ebenso, wie regionale Verankerung, Kernkompetenzen, Gründungsjahr, Größe und Verankerung in der Branche (u.a. durch die Abfrage nach Vorträgen auf Branchen-Events).

    Alle Kriterien sind auf http://www.ibusiness.de/seo transparent nachvollziehbar – und im nächsten Listing sind wieder die dann Top-100 drin.

    Wer mir eine bessere Art der Listung erklären kann: Ich freue mich über Input

    Joachim Graf
    Herausgeber iBusiness.de

  21. Marcel sagt:

    @Micha: Das Beispiel mit den verprellten Kunden die einen dann nach einer enttäuschenden Zusammenarbeit mit irgendeiner “SEO-Vertriebsarmee” bei einem anrufen stimmt schon genau. Allerdings braucht man als Vertriebler vielleicht 20% Wissen und den Rest entscheidet das Verkaufstalent, so ist das denk ich mal in jeder Branche, leider!

    Gruß,
    Marcel

  22. Mißfeldt sagt:

    Gibt es nicht längst eine Art selbst-organisierten Verband (SEO-Szene), der sich durch coole Events am Leben hält und weiterentwickelt? Es gibt zwar keinen (offensichtlichen) Vorstand oder Sprecher, aber ich glaube, dass diese Szene sehr viel Macht hat, auch langfristig. In welcher Form auch immer. Das ist doch auch ein Grund, warum Du so viel Power in die Campixx investierst, oder?

    Zum Ellenbogen raus: das muss man sich einfach genau überlegen. Denn oft schadet es mehr als es nützt.

  23. Olaf sagt:

    Ich denke die Entwicklung, die Du beschrieben hast ist richtig erfasst. Allerdings seh ich es nich als so dramatisch an. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich erst seit 2 Jahren intensiv mit dem Thema SEO beschäftige (also im Vergleich zu dir auch eher zu den Rookies gehöre) und ursprünglich aus dem Adwords-SEA Bereich komme.

    Dort ist aber eine ähnliche Entwicklung zu beobachten, da selbst Klicktel für vergleichbar geringes Entgelt inzwischen Adwords Management anbietet.

    Die kleinen spezialisierten Agenturen und Freelancer sollten eher darauf achten sich zu connecten und Netzwerke aufbauen, um gemeinsam gegen das Full Service Angebot der großen Agenturen wettbewerbsfähig zu sein.

    Was die Fixkosten angeht haben diese den Vorteil, dass Sie i.d.R. nicht so ein Riesen Fixkosten Blog haben und damit nicht so unter Auftragsdruck stehen. Also mehr Zeit für die Betreuung der Kunden und weniger Kosten haben.

    Ich denke, dass wichtigste ist es im Hinblick auf die Entwicklung sich auf auf den Aufbau eines zufriedenen Kudenstamms aufzubauen. Die LOyalität dieser Kunden und das Word of Mouth macht dann den Rest.

    Hoffe ich doch :-)

  24. [...] dem Markt im Bereich SEO treiben zunehmend zweifelhafte Dienstleister ihr Unwesen und richten großen Schaden an. Es [...]

  25. Gernot sagt:

    Interessanter Artikel. Ich teile Deine Ängste stellenweise, da es manchmal schon dreist ist, wer mit seiner Agentur alles SEO anbietet. In einem letzten Kundengespräch musste ich mir anhöhren, dass die “anderen Webdesign-Agenturen” dieses SEO schon mit im Portfolio hätten und nur bei uns (iwelt und KIM) das separat laufen würde. Und von diesen SEO-tüchtigen Webdesignern und Designagenturen gibt es auch viele.
    Aber auch ich bin der Meinung, dass der Markt das regeln wird. Qualität wird am Ende zählen und das beruhigt ungemein.

  26. [...] so begeistert, wie die letzte und das hatte auch einen Grund. Nein, nicht den, dass Marcus meine Gedanken zur Entwicklung des SEO Marktes besprochen hat, sondern für mich wichtig waren die Sichtweisen, die Jan, Nils und Dwight zum [...]

  27. [...] zu diesem Post wurde ich durch den Artikel „Gedanken zur SEO Markt-Entwicklung“ vom Seonauten, dem Ängstlichen, sowie der anschließenden Diskussion in seinem Blog [...]

  28. [...] Diskussion bzw Gedanken um die Veränderungen auf dem SEO Markt (Seonaut, SEO-United) haben auch mich zu einem Artikel verleitet. Ich bin ja auch noch nicht so lange auf [...]

  29. tom sagt:

    Ich sehe das ähnlich wie Micha. Vor allem der Punkt, dass der “reine Vertriebler” sich wirklich nicht so viel vermitteln kann wie der eigentliche Berater. Und auch jetzt fängt es doch schon an.. Wir bekommen schon jetzt Anfragen von Kunden, die von diesen Vertriebsagenturen betreut wurden, darüber hinaus bedanken sich die Kunden, dass wir endlich mal Licht in den “seo-nebel” bringen… es fängt in meinen Augen doch auch schon bei der Onpage an.. Wenn die nicht durchgeführt wird ist doch logisch, dass der Aufwand im Nachhinein noch größer wird. @ seonaut, langfristig setzt sich Leistung durch… die Sache hat auch noch einen ganz anderen Haken.. Die Vertriebsagentur tut sich mit der Vertriebskolonne doch auch keinen Gefallen. Irgendwann, ohne den nötigen Kundenstamm, wird diese doch den Vertrieb gar nicht mehr finanzieren können und darüber hinaus nicht mehr wirtschaften können. und jetzt wieder zu Micha. Ja – die Kunden können einem wirklich leid tun. Best Tom

  30. Ich glaube das mit dem SEO kann man auch nicht auf die schnelle lernen.
    Man muss ein breites Verständnis dafür haben, wie das mit dem Web läuft, wie war es bisher und wohin wird es sich entwickeln.
    Ein Berufseinsteiger muss sich entweder schon vorher mit dem Thema befasst haben oder es bekommt Probleme…