Blogkommentare – Probleme und Lösungen
Blogkommentare waren in der SEO-Vergangenheit EIN Mittel, um sein Linkprofil zu stärken. Nach den aktuellen Entwicklungen stellen sich viele Webmaster die Frage, ob dieses Mittel noch in die Verwendungsbandbreite von SEO gehört oder nicht. Dieser Post soll Grundsätzliches klären, Probleme aufzeigen und Fragen beantworten.
Grundsätzliches zu Blogkommentaren
Das Internet entsteht und besteht durch die Verbindung von Rechnern. Netzwerkadministratoren und technische Gestalter werden das wie ein Netz sehen und alle technischen Aspekte beleuchten. Diese sind für den Betrieb und die Funktionalität des Netzes sicherlich sehr wichtig. Sie verkennen jedoch die andere Seite und zwar die Tatsache, dass das Internet (und ich meine damit immer auch das WWW) Menschen verbindet. Ob das über das Internet einer Idealform folgt, kann durchaus bezweifelt werden, aber das ist ein anderes Thema.
Tatsache ist, dass sich Menschen verbinden und das in einer Geschwindigkeit, die die Evolution so noch nie erlebt hat. Ein Teil dieser Kommunikation hat sich in den letzten Jahren in die Blogs verlagert. Nie war es so einfach eine eigene Publikationsplattform für jedermann sichtbar zu erschaffen. Auch wenn dieser Trend durch die Entwicklungen im Bereich des sozialen Netzes (Facebook & Co.) ein wenig an Fahrt verloren hat, so ist die Möglichkeit dennoch präsent.
Die Menschen haben mit dem Schreiben in Blogs die Möglichkeit in einer mehr oder weniger breiten Öffentlichkeit ihre Sicht der Dinge kundzutun. Auch wenn der Ansatz nicht ist, wirklich etwas zu verändern, so kann man dennoch eine Diskussion anstoßen, die gesamtgesellschaftlich mehr erreicht, als die Propagandasitzungen an Stammtischen, die ich noch aus meinen Kindheitsurlauben in Bayern kenne. Ok, ihr Bayern. Das ist vielleicht ein Trauma und vielleicht doch nicht so schlecht wie mein subjektives Empfinden
Aber warum erzähle ich das alles. Im Grunde ist es euch ja klar.
Doch was hat die Suchmaschinenoptimierung aus diesem Medium gemacht? Da wo Licht ist, ist auch Schatten. So war es immer und so wird es immer sein. Im Bereich der SEO hat sich eine Fehlentwicklung ergeben, die die Einfachheit und relative Skalierbarkeit ausnutzte, um Inhalte minderer Art zu pushen. Die Ziele waren dabei nicht sehr kommunikativ. Es ging darum schnell Linkquellen zu erzeugen oder schnell Geld zu verdienen. Ich will nicht leugnen, dass ich Teil dieser Bewegung war, die jahrelang fantastisch funktioniert hat.
So hat sich gerade in der Gemeinde der SEO-Interessierten ein völlig falsches Bild ergeben. Es geht im allgemeinen Verständnis nur noch darum, welchen Link ich woher bekomme. Es geht nicht darum einen Blog zu lesen und an einer Diskussion teilzunehmen.
Wenn man sich immer im „eigenen Saft“ bewegt und die Augen nicht öffnet, wird man schnell eine ganz falsche Sicht bekommen.
Gerade Menschen und Webmastern, die sich frisch in der Materie bewegen kann nur geraten werden breiter auf das Internet und die Menschen dahinter zu schauen. Dann, …. und nur dann wird man feststellen, dass das Blog immer noch ein sehr starkes Medium ist, in dem Kommunikation erwünscht und gewollt ist.
Fragen zum Linkbuilding mit Hilfe von Blogkommentaren
Bringen diese Links überhaupt etwas ?
Wenn man die Kommentarlinks rein nach SEO Kriterien bewertet, dann muss man sagen, dass der Wert durchaus bescheiden ist. Es gibt einen Trustflow, der aber gering sein dürfte. Wenn man dabei noch bedenkt, dass viele Blogs im Kommentarbereich NoFollow-Links nutzen, wird der Wert nochmals gemindert. Eines bleibt aber erhalten. Es ist ein Link und jeder Link zählt. Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert (wenn man die Anchortexte außen vor lässt).
Doch der Link hat einen Wert, der vielleicht nicht unbedingt im reinen Trustflow zu finden ist.
Blogkommentare in reichweitenstarken Themenblogs
Wenn ich meinen Blickwinkel verändere und mehr aus kommunikativen Gesichtspunkten Kommentare schreibe, dann versuche ich an etwas wie einer Diskussion teilzunehmen. Wenn man es ohne SEO Brille sieht, dann wird eine ordentliche Diskussion am ehesten entstehen auf Blogs, die eine bestimmte thematische oder globale Reichweite haben. Ein Weg wäre also, sich die Feed dieser Blogs zu abonnieren und mitzuverfolgen, was dort geschieht. Es interessiert euch ja.
Wenn ihr also aktuelle auf Blogpost reagiert, dann macht ihr das, um an einer Diskussion teilzunehmen und das hat nicht nur einen wie immer gearteten Link zur Folge, sondern es werden bei schneller Reaktion auch Besucher auf die verlinkte Seite gezogen. Besucher. Eine Größe, die im Thema SEO oft vergessen wird. Das Keyword ist kein Mensch. Es ist ein Keyword.
Dann sind Blogkommentare also nicht schlimm ?
Nein, wenn ihr sie als Teil einer Kommunikation versteht nicht. Was soll Google dagegen haben ? Ich warte schon auf den Moment in dem Matt Cutts erklärt, dass Blogkommentare schädlich sind. Hat er noch nicht gesagt oder ? Dann habe ich aber das Gefühl es kommt bald.
Es ist nie gut zu viele Links auf einmal aufzubauen ?
Diese Geschichte verfolgt uns auch ständig. Ist es schlimm, wenn ich an einen Tag 50 Blogkommentare schreibe ? Sieht das Google und bestraft mich ? Ich weiss ja nicht, wie euer Arbeitsalltag aussieht, aber in meinem gibt es relativ feste Zeiten für die Marktbeobachtung und das Lesen von Blogs und Medien. Doch das ist die Theorie. In der Praxis kommen viele Dinge dazu, die mehr Priorität haben, als das Informieren. So überholt im Alltag die Praxis sehr schnell die Theorie, was dazu führt, dass ich oft wochenlang kaum Blogkommentare schreibe. Es gibt aber auch Phasen der relativen Ruhe, in denen ich das Verpasste aufholen will. In dieser Zeit lese ich extrem viel und schreibe dann auch viele Kommentare gleichzeitig. Welchen Grund soll es geben mich dafür zu bestrafen ? Ich kenne keinen. Wenn wir es technisch sehen, dann schützt mich mein Interesse an dem Thema zu dem ich kommentieren will vor möglichen Fallen in Sachen Linktext und Wortmenge.
Wie kann ich diese Aktivität aber dennoch kontrollieren ?
Auch wenn das hier alles sehr philosophisch klingt, so bleibe ich doch ein SEO. Ich will also auch diesen Bereich kontrollieren. Einfach, weil es bei allem Engagement dennoch Links sind. Wir kommen damit zu einem Problem, dass uns schon eine ziemliche Zeit im Bereich des Linkbuilding verfolgt. Ich kann nur das beobachten, was auch freigeschaltet wurde. Im Bereich der Blogkommentare ist das ein wenig speziell. Die gängigen Linkverwaltungstools wie Linkbird und Linkbutler checken die Links nach Bestand. Ich schreibe also einen Blogkommentar und sehe, dass der Moderator des Blogs den Kommentar erst noch freischalten muss. Gerade bei guten Blogs ist das gewollt eher die Regel. Wenn ich jetzt eines der Tools nutze, dann ist der aktuelle Stand so, dass der Link einmalig gecheckt wird. Wenn er nicht erkannt wird, dann hat er nach Meinung der Tools auch nichts im System zu suchen. Er ist ja nicht da. Doch das kann sich ja in der Regel innerhalb einer Woche ändern, wenn der Kommentar freigeschaltet wird. Doch wie erkenne ich den Moment in dem die Freischaltung erfolgt ? Im Grunde nur mit Tools, die auf reinem täglichen Linkchecking basieren. Das sind oft meist kleinere, die dafür im Bereich der Linkverwaltung deutlich schmaler aufgestellt sind. In unserer Regel ist es also zur Zeit so, dass wir mit einem kleinen Tool, die Freigabe checken und die Freigaben dann in ein Linkverwaltungs- und Managementsystem geben. Ein Schritt zu viel.
Wie ich meine Freischaltungsquote erhöhe ?
Wenn ich mich im Bereich der Blogkommunikation betätige, dann bin ich daran interessiert eine hohe Freischaltquote zu bekommen. Nicht nur, weil dann erst der Link entsteht, sondern, weil ich nur dann Teil der Diskussion bin. In einer Zeit in dem fast jeder Webmaster durch SEO positiv oder negativ gebrandmarkt ist, kommt bei der Freischaltung immer schnell die Überlegung „will er mich gamen ?“
Diesen Aspekt haben wir SEOs selbst zu verschulden. Die Frage ist also, wie kann ich schreiben ohne diese Frage in den Vordergrund zu bringen ?
Die Antwort ist eine Standardantwort : Es kommt darauf an
In aller Regel ist die Blog Welt eine recht private. Das heißt eine lockere Schreibweises führt in der Regel zu einer besseren Identifikation. Wenn man die Menschen allgemein beobachtet, dann ist es oft so, dass sie sachlich schrieben, aber persönlich total locker sind. Nach meiner Erfahrung ist es also nicht sinnvoll sich auf den sachlichen Stil zu begeben, sondern an dem privaten lockeren Stil zu orientieren.
Doch wie erkenne ich den eigentlichen Stil ?
Da kommen wir jetzt Kern des Problems (was in der Regel gar kein Problem ist). Ich muss den Blogschreiber ein wenig kennen. Ich muss zumindest den Versuch unternehmen die Community-Art zu verstehen. Viele Blogger sind im Rahmen ihrer Tätigkeit interviewt (Video) worden oder sind auch privat in anderen Bereichen unterwegs. Ein sachlicher Schreiber, der aber bei Facebook sehr locker schreibt wird in Wirklichkeit wohl doch eher der lockere Typ sein. Schaut also hinter die Kulisse. Auch wenn ich seit Jahren auch nur die OM Community beobachte, so weiß ich aber auch, dass jeder Gruppe ihre eigenen Gepflogenheiten aufweist und die gilt es zu erkennen.
Fazit
Blogkommentare sind nicht tot. Auch nicht nach Panda und Penguin. Sie sind Bestandteil einer Medienkommunikation und sie muss gezielt genutzt werden, um eine Win:Win Situation zu ermöglichen. Dieser Post selber betrachtet das Gesamtfeld vielleicht auch etwas einseitig, weil es nur die Seite des Kommentarschreibers aufzeigt. Ich will also hier nicht enden, ohne auch auf die Problematiken auf Bloggerseite hinzuweisen. Hier kann Panda doch ein Problembär werden. Aber zu den Problemen kommen wir vielleicht an anderes Mal.


